DigitalTWIN auf der digitalBAU 2020: Monitoring von Fassaden im Gebäudebetrieb mit Sensornetzen und Cloud-Cluster live erleben

Zur Unterstützung beim Monitoring von Gebäuden wird im Forschungsprojekt DigitalTWIN gezeigt, wie doppelschalige Fassadenelemente in Gebäuden anhand vernetzter Informationen und interaktiver Anweisungen zukünftig effektiver und effizienter betrieben werden können. Dazu sind die Fassadenelemente mit Sensorik ausgestattet, die wichtige Kennwerte im Fassadenzwischenraum messen. Die Anbindung von Smart Glasses ermöglicht das schnelle und intuitive Arbeiten vor Ort. Auf der digitalBAU kann man in die Rolle des Facility Manager oder des Service Techniker schlüpfen, um vernetzte Informationen in der Mixed Reality Umgebung zu erleben.

© seele/Peter Neusser

Renommierte Projektpartner aus Industrie und Forschung entwickeln bis 2021 digitale Werkzeuge und Techniken weiter, um Dienste, Prozesse und Abläufe entlang der Wertschöpfungskette des Bauwesens zu vernetzen und zu automatisieren. Bei DigitalTWIN – Digital Tools and Workflow Integration for Building Lifecycles – steht das Verständnis für systemische Abhängigkeiten und Wechselwirkungen im Vordergrund, weshalb die Forschungspartner aus unterschiedlichen Branchen und Tätigkeitsfeldern kommen. Im Februar 2020 zeigt das Konsortium auf der digitalBAU in Köln die Demo zum Monitoring von Fassaden auf dem Stand des Förderprogramms Smart Service Welt II. Das as Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert mit dem Programm innovative Projekte zum Thema digitale Technologien und neue, vernetzte Dienste. Mit den 3 Use Cases (Anwendungsfälle) thematisiert DigitalTWIN exemplarisch wichtige und praxisnahe Anwendungsszenarien entlang des Gebäudelebenszyklus ab und konzentriert sich auf kritische Schnittstellen bei Planung, Fertigung und Betrieb. So beschäftigt sich Use Case 1 mit der einfachen Verfügbarkeit und Visualisierung von live Mess- und Prüfdaten am Gebäude mittels des digitalen Zwillings durch Nutzung von Edge-Cloud- und Cluster-Computing-Technologien.

 

Sensorik im Bauelement ISOshade® der iconic skin GmbH live erleben

Im Bauelement ISOshade® von iconic skin, eine Isolierglaseinheit mit werkseitig integriertem Sonnenschutz bestehend aus einem 3-fach Isolierglas und einem Zwischenraum mit innenliegender Sonnenschutzanlage, ist die DigitalTWIN-Sensortechnik in einzelne Elemente integriert. Mithilfe der Sensortechnik können Rückschlüsse auf Veränderungen durch Wettereinflüsse, abweichende Einzelzustände oder kritische Temperatur- und Feuchteverhältnisse gezogen werden. Um für den Gebäudebetreiber und den Wartungsmitarbeiter einfach bedienbare Userinterfaces bereitzustellen, kommt eine neuartige Cloud-Clusterarchitektur auf Basis einer Plattformtechnologien zum Einsatz, um online- und offline Szenarien zu ermöglichen. Die Plattform nutzt scaleIT-Technologiestack (aufeinander aufbauende Softwarekomponenten, die eine Plattform bilden). Darin eingebunden sind Microservices für IFC/BIM-Daten, Sensorwerterfassung, -weitergabe und -speicherung sowie eine Middleware (Software für den Datenaustausch zwischen Anwendungsprogrammen unter verschiedenen Betriebssystemen) zur Aufbereitung der Daten und die Visualisierung mittels Mixed-Reality-Software Unity.

Derzeit können exemplarisch mittels der eingebauten Sensorik Informationen zum Zustand des Bauelements ISOshade® abgerufen, über Zeitreihenanalysen Veränderungen detektiert und der Sonnenschutz über das digitale Modell bedient werden. Intuitive Benutzeroberflächen stellen den Status der Fassade in Echtzeit dar: Wartungsampeln melden beispielsweise Überschreitungen der Grenzwerte als Warnung oder Alarm. Zudem werden die Warnungen und Alarme als Aufgaben für die festgelegten Rollen des Facility Managers und des Maintenance Engineer an die eingebundene HoloLens übermittelt. „Die Demo zeigt eindrücklich, wie neue Technologien das Bauwesen in Zukunft verändern können, hier am Beispiel des Gebäudebetriebs und der Wartung. Man kann heute schon bei der Wahl von Technologien und Partner auf zukunftssichere, offene, eigenbestimmte und flexibel anwendbare IT-Lösungen setzten, ohne sich in Zukunft Möglichkeiten zu verbauen“, sagt Dr. Fabian Schmid, Leiter Entwicklung digitaler Werkzeuge und Systemintegration se commerce (ein Unternehmen der seele Gruppe). Wenn Sie sich selbst ein Bild machen wollen, kommen Sie zur digitalBAU in Köln, Stand H7.347.

Die Demo können Sie vorab unter folgendem Link miterleben: https://youtu.be/2e7_JzS1vsU